Der Flussbarsch. Ein Kandidat für die Aquakultur?

Etablierung Barschartiger unter Brackwasserbedingungen in Aquakultur

Der Flussbarsch (Perca fluviatilis, L.) steht seit einigen Jahren im Fokus der Wissenschaft und Praxis. Er wird in vielen Regionen Europas als hochwertiger und lukrativer Speisefisch gehandelt. Bezüglich seiner Fleischqualität und seines Geschmacks steht der Flussbarsch dem Zander in nichts nach und wird bisweilen sogar höher geschätzt. Durch geringe Fänge der Binnenfischerei können die nachgefragten Mengen allerdings nicht bereitgestellt werden. Daher wird, ähnlich wie beim Zander, der mitteleuropäische Markt von osteuropäischer Importware dominiert. Dabei handelt es sich in der Regel um tiefgefrorene Filets aus Fängen der Binnenfischerei, die in Bezug auf Frische, Qualität und Nachhaltigkeit nicht immer den Wünschen der Konsumenten entsprechen. Deshalb existiert am Institut für Fischerei seit Dezember 2013 ein Projekt zur Etablierung Barschartiger unter Brackwasserbedingungen in Aquakultur. Dabei werden Grundlagen zur Zucht und Produktion von Flussbarschen unter Praxisbedingungen erarbeitet. Nach Untersuchungen zur Aufzucht der Tiere ist das momentane Hauptanliegen, eine drei- bis viermalige „out-of-season“ Reproduktion im Jahr zu realisieren. Diese ganzjährige Versorgung mit Satzfischen stellt eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Produktion von Speisefischen dar.

FlussbarschDetails anzeigen
Flussbarsch

Flussbarsch
(oben links: Eiband auf Laichsubstrat
oben Mitte: Larve kurz vor dem Schlupf
oben rechts: Dottersacklarve kurz nach dem Schlupf
unten links: Barsch ca. einen Monat nach dem Schlupf
unten rechts: Laichtier)

Flussbarsch
(oben links: Eiband auf Laichsubstrat
oben Mitte: Larve kurz vor dem Schlupf
oben rechts: Dottersacklarve kurz nach dem Schlupf
unten links: Barsch ca. einen Monat nach dem Schlupf
unten rechts: Laichtier)

Projektleitung

Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern
Institut für Fischerei

Projektbearbeiter

Frederik Buhrke

Laufzeit

Dezember 2013 bis Oktober 2015

Abschlussbericht

Abschlussbericht der LFA

Finanzierung

Das Projekt wurde gefördert aus Mitteln des Europäischen Fischereifonds und des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Publikation

  • Vortrag: „Der Flussbarsch. Ein Kandidat für die Aquakultur?, Fischereiforschung und Praxis“ (08.10.2014)
  • Buhrke, Frederik & Bochert, Ralf (2015). Einfluss der Beckenfarbe auf das Wachstum und die Mortalität von Flussbarschfingerlingen (Perca fluviatilis) Fischerei und Fischmarkt: 2/2015: 59-61
  • Schmidt, Maximilian; Buhrke, Frederik & Bochert, Ralf (2015). Erzeugung steriler Bestände des Flussbarsches (Perca fluviatilis) durch induzierte Triploidisierung per hydrostatischem Druck. Deutscher Fischereitag, Rostock, 2015. Poster & Abstract
  • Buhrke, Frederik & Bochert, Ralf (2015). Einfluss verschiedener Haltungstemperaturen auf die Wachstumsgeschwindigkeit, Überlebens- und Deformationsrate von Flussbarschlarven (Perca fluviatilis L.). Deutscher Fischereitag, Rostock, 2015. Poster & Abstract
  • Buhrke, F. & Bochert R. (2015). Influence of different tank colors on the growth and mortality of European perch fingerlings (Perca fluviatilis L.). AQUACULTURE AMERICA 2015 - The Annual International Conference & Exposition of US Aquaculture Society, National Aquaculture Association, Aquaculture Suppliers Association. New Orleans, Louisiana USA, Poster

Kontakt
Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern
Institut für Fischerei
Südstr. 8
18375 Born
Frederik Buhrke
Telefon: + 49 (0) 38208 630415