Fischarten

Zander

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Zander

Der Zander (Sander lucioperca) gehört zur Familie der Barsche. Er hat weißfleischige, fettarme und grätenfreie Filets und ist einer der beliebtesten Speisefische in Europa. Die mittlere Länge beträgt 40 – 50 cm.

Warum beschäftigen wir uns in der Aquakulturforschung mit dem Zander? Der Zander ist stark von dem Nahrungsangebot in den natürlichen Gewässern abhängig. Schwankungen natürlicher Bestände sind daher keine Seltenheit. So zeigten Untersuchungen für Zanderbestände in Mecklenburg – Vorpommern regelmäßige Bestandsgrößenschwankungen in einem drei – bis vierjährigen Zyklus. Der Zander braucht eine Gewässerumgebung, die durch die Eutrophierung entsteht. Im vorigen Jahrhundert nahm die Eutrophierung der Gewässer zu, so dass ein steigender Trend in den Zanderfängen zu beobachten war. Seit den 1970-iger Jahren war allerdings ein Sättigungsniveau erreicht. In den vergangenen Jahren kam es durch die erfolgreiche Sanierung nährstoffbelasteter Seen zu einem Rückgang der Zandererträge.

In der experimentellen Aquakulturanlage in Hohen Wangelin benötigt der Zander vom Ei bis zum Speisefisch (1 kg) 15 – 18 Monate und vom Satzzander (10 g) bis zum Speisefisch ca. 12 Monate.

Regenbogenforelle Stamm BORN

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Die Regenbogenforelle gehört zu den Salmoniden und ist ein sehr schmackhafter und beliebter Speisefisch. Wirtschaftlich gehört die Regenbogenforelle zu den be-deutendsten Fischen in der Aquakultur.

Seit über 30 Jahren gibt es hier in Mecklenburg-Vorpommern in einer Versuchsanlage in Born auf dem Darß Forellen, die unter Brackwasserbedingungen leben. Über viele Generationen wiederholte Selektion der Forelle auf Überleben unter stark schwankenden Umweltbedingungen, wie sie im Boddengewässer der Ostsee zu finden sind, hat vermutlich zu der robusten Selektionslinie der Regenbogenforelle – Stamm BORN – geführt. Erste Untersuchungen zeigen, dass diese Standortlinie besser für die regionale Aquakultur geeignet sein könnte, als die üblicherweise genutzten Importfische.

In der Versuchsanlage der Landesforschungsanstalt in Born benötigt die Forelle vom Schlupf bis zum Speisefisch (ca. 350g) ca. 12 Monate.

Edelkrebs

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© Kerstin Niese

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© Kerstin Niese

Der Edelkrebs – auch Tafelkrebs genannt, war bis zu seiner fast vollständigen Ausrottung ein beliebter Speisekrebs und gehörte über Jahrhunderte zu den beliebtesten Gerichten in Europa. Im Vergleich zu anderen Krebsarten ist der deutsche Flusskrebs in Geschmack und Qualität weltweit konkurrenzlos und wird von Feinschmeckern höher als der Hummer eingestuft. Essbar sind die beim Edelkrebs sehr großen Scheren und der Schwanz. Die Tradition des Krebsessens ist bei uns im Gegensatz zu Skandinavien fast in Vergessenheit geraten, wobei auch dort der Edelkrebs aufgrund seiner vielen Vorzüge im Vergleich zu den stark verbreiteten amerikanischen Arten geschätzt wird.

Die Verwendung als Speisekrebs ist vielfältig. Gekocht, gegrillt oder als Suppe gilt er als Delikatesse. Das Essen wird zu einem unvergesslichen Erlebnis und wird häufig mit passendem Salat, frischem Weißbrot und einem guten Wein gereicht.

Afrikanischer Wels

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Afrikanische Welse (Clarias gariepinus) kommen in ruhigen warmen Fließgewässern, Teichen und Seen in Afrika und Vorder- bis Westasien vor. Aufgrund ihrer hohen Anpassungsfähigkeit können Afrikanische Raubwelse auch in Sümpfen und teilweise sogar in Abwasserkanälen überleben. Die Welse können mehrere Tage ohne Wasser überleben, da sie über ihr Maul Luft atmen können. Aufgrund ihrer großen ökologischen Anpassung können sie die Trockenzeit in ausgetrocknetem Schlamm am Grund von Seen überleben. Raubwelse sind an eine große Vielzahl von Lebensräumen angepasst und bevorzugen Wassertemperaturen von 20 °C bis 30 °C.

Das Fleisch des Fisches ist rötlich, verhältnismäßig fest, praktisch grätenfrei und arm an gesundheitsschädlichen Fetten. Und vor allem schmeckt es mild.

Dieser robuste und anpassungsfähige Fisch wird in Mecklenburg-Vorpommern in Aquakulturkreislaufanlagen in Landwirtschaftsbetrieben gehalten. Dort wird die Wärme zum Beheizen des Wassers von den eigenen Biogasanlagen genutzt.

Garnelen - White Tiger Shrimp

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Garnelen aus unterschiedlichen Verwandtschaftsgruppen werden als Delikatessen sehr geschätzt. Sie stammen aus der Fischerei oder auch aus der Aquakultur und müssen in der Regel für den deutschen Kunden importiert werden.

In Mecklenburg-Vorpommern werden „White Tiger Shrimp“ in großem Maßstab in zwei Aquakulturkreislaufanlagen gezüchtet. Ca. 6 Monate werden die Shrimps in riesigen Becken gehalten. Dann wiegen sie 30 Gramm und können frisch an den Privatkunden verkauft werden.

Web: Garnelenfarm Grevesmühlen

Ostseeschnäpel

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Der in Mecklenburg-Vorpommern heimische Ostseeschnäpel ist ein Wildfisch aus der Familie der Lachsartigen. Er war in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Steinlachs der Modefisch in Edelrestaurants. Er wird bis zu 70 cm lang und etwa 5 kg schwer. Typisch ist der würzig-aromatische Geschmack. Das feste Fleisch ist sehr grätenarm und enthält wenig Fett.

In der experimentellen Warmwasserkreislaufanlage der Landesforschungsanstalt benötigt der Ostseeschnäpel vom Schlupf bis zum Speisefisch (300 – 400g) ca. 12 Monate. Bei der Aufzucht in Teichen verlängert sich dieser Zeitraum auf 1,5 – 2 Jahre.

Rotalge - Delessaria sanguinea

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Die Rotalge (Delessaria sanguinea) – auch Blutroter Seeampfer genannt – ist eine Makroalge, die auch in der Ostsee beheimatet ist.

Die  Delessaria sanguinea gilt nicht nur als die „schönste Alge“, sondern sie ist auch die teuerste auf dem Markt. Weltweit haben sich Makroalgen mittlerweile zu einem enormen Wirtschaftsfaktor etabliert. Sie werden für die Ernährung, Technologie aber auch für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln und in der Kosmetikbranche genutzt.

Im Gegensatz zu dieser globalen Entwicklung spielt die Zucht von Algen für die wirtschaftliche Nutzung an der Ostseeküste noch eine sehr geringe Rolle. Zum einen ist die Ostsee mit ihrem niedrigen Salzgehalt limitierend für viele Arten und zum anderen fehlt natürliches Hartsubstrat für die Ansiedlung von Makroalgen.

Auf den Strukturen des künstlichen Riffs vor Nienhagen haben sich inzwischen zahlreiche Organismen angesiedelt. Auffällig ist die Besiedlung mit der Rotalge Delessaria sanguinea, die in den Sommermonaten etwa 80% der pflanzlichen Biomasse ausmacht und hier offensichtlich optimale Lebensbedingungen findet.

Web: Riff vor Nienhagen