Markierung von Fischen mit dem Blick auf das Tierwohl
Molekulare Voruntersuchungen zur Fettflossenfunktion bei Salmoniden in Aquakultur
Die Entfernung der Fettflosse ist weltweit die meistgenutzte Markierungsmethode von jährlich Millionen von lachsartigen Besatz- und Zuchtfischen, die auch regelmäßig nach Deutschland importiert werden. Dies dient insbesondere der visuellen Erkennung bei Wiederfängen und der Rückverfolgung von entflohenen Tieren aus Aquakulturanlagen. In Ländern wie Schweden, Finnland, Litauen oder Estland ist die Markierung gesetzlich für Besatzfische vorgeschrieben, weitere Länder ziehen nach und auch in Deutschland erfolgt teilweise die Fettflossenentfernung.
Die Fettflosse wächst im Gegensatz zu anderen Flossen nicht nach, ein Hinweis auf viele nur sehr langsam regenerierende Nervenzellen. Unter dem Mikroskop konnten diese Nervenzellen bereits gezeigt werden.
Die Forscher des FBN vermuten, dass die eigentliche Funktion der Flosse, die eines Strömungssensors ist. Mit der Prüfung der Aktivität sensorischer Gene und von Strömungsversuchen soll geklärt werden, ob die Entfernung der Fettflosse Auswirkungen auf das Nervensystem, das Schwimmverhalten und damit auf das Tierwohl der Fische hat. Die Analysen sollen an Regenbogenforellen und Ostseeschnäpel erfolgen.
Projektleitung
Forschungsinstitut für Nutztierbiologie Dummerstorf
Institut für Genombiologie
Abteilung Fischgenetik
Projektbearbeiter
Projektkoordinator:
Prof. Dr. habil. Tom Goldammer (Ltr. Abt. Fischgenetik)
Projektmitarbeiter:
Dr. Ronald M. Brunner
Dr. Alexander Rebl
Dr. Marieke Verleih
Über Projektmittel angestellte Mitarbeiter:
Herr M.Sc. Raphael Koll
Herr M.Sc. Joan Martorell-Ribera
Laufzeit
Februar 2020 bis Oktober 2020
Finanzierung
Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF)
und des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Sachbericht
"Molekulare Voruntersuchung zur Fettflossenfunktion bei Salmoniden in Aquakultur"
Publikationen und Veranstaltungsbeiträge
- Koll, R., Ribera, J. M., Brunner, R. M., Rebl, A., & Goldammer, T. (2020). Gene profiling in the adipose fin of salmonid fishes supports its function as a flow sensor. Genes, 11(1). https://doi.org/10.3390/genes11010021
Abteilung Fischgenetik


