Wissenschaftler entwickeln Schluckimpfung für Fische in der Aquakultur

Modulare oral applizierbare Multi-Vakzine (MoMV) – Prinziplösungen

 

Drei Institute in Mecklenburg-Vorpommern:

            das Friedrich-Loeffler-Institut – Insel Riems,

            das Institut für Mikrobiologie der Universität Greifswald, und

            das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf

werden gemeinsam ein neues Impfsystem für Fische entwickeln. Für die Gesundheit der Fische gerade in Aquakulturanlagen sind Impfungen ein wichtiger Aspekt. Hier besteht immer die Gefahr von seuchenhaft verlaufenden Infektionskrankheiten mit teils 100% Verlusten der gehaltenen Fische. Es gibt bereits Impfstoffe, die für einen Impfschutz aber injiziert werden müssen. D.h. jeder Fisch muss in die Hand genommen werden und erhält eine Spritze. Das bedeutet großen Stress für den Fisch und einen enormen Arbeitsaufwand für die Fischzüchter. Deshalb wollen die Wissenschaftler ein neues modulares Impfsystem entwickeln: eine Schluckimpfung für Fische.

Entwickelt werden sollen hierbei Impfstoffe, die an die jeweilige Fischart (z.B. Lachse und Forellen, Karpfen oder Barsche) und die jeweilige Infektionserreger anpassbar sind. Gleichzeitig soll der Impfstoff sicherer gemacht werden, in dem nicht mehr vermehrungsfähige, aber für einen Impfstoff wichtige Teile der Bakterien und Viren kombiniert werden. Zu diesem Zweck untersuchen die Projektpartner in den nächsten drei Jahren, wie solche Kombinationen hergestellt werden können, wie der Impfschutz nach der Schluckimpfung aufgebaut wird und wie das bis auf Ebene der wichtigen Immungene funktioniert. Zudem sollen aus den Untersuchungen, wie die Fische den Impfstoff am besten aufnehmen, klare Regeln zum Einsatz einer Schluckimpfung für die Fischzüchter in der Praxis entwickelt werden.

Mit diesem Wissen können die Impfstoffkandidaten gezielt pharmazeutisch produziert und letztendlich zugelassen werden. Hierfür ist ein großes Folgeverbundprojekt angedacht.

Teilnehmer 1. Arbeitstreffen.JPGDetails anzeigen
Teilnehmer 1. Arbeitstreffen.JPG

Teilnehmer 1. Arbeitstreffen - von links nach rechts:

Fabio Sarais, Ruth Montero, Sven Ostermann, Tobias
Kroniger (Doktoranden im Projekt) Dr. Bernd Köllner (FLI),
Dr. Andreas Otto, Prof. Dörte Becher (Uni Greifswald), Dr. Alexander Rebl, Dr.
Tom Goldammer (FBN), Dr. Kristina Kadlec (FLI) Dr. Tomas
Korytar (Uni Südböhmen)

Teilnehmer 1. Arbeitstreffen - von links nach rechts:

Fabio Sarais, Ruth Montero, Sven Ostermann, Tobias
Kroniger (Doktoranden im Projekt) Dr. Bernd Köllner (FLI),
Dr. Andreas Otto, Prof. Dörte Becher (Uni Greifswald), Dr. Alexander Rebl, Dr.
Tom Goldammer (FBN), Dr. Kristina Kadlec (FLI) Dr. Tomas
Korytar (Uni Südböhmen)

Projektleitung

Dr. Bernd Köllner
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Riems - Institut für Infektionsmedizin

Beteiligte Institute

  • Friedrich-Loeffler Institut (FLI)
    Dr. Bernd Köllner
  • Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)
    Dr. Tom Goldammer
    Dr. Ronald Brunner
    Dr. Alexander Rebl
  • Universität Greifswald, Institut für Mikrobiologie
    Prof. Dr. Dörte Becher
    Dr. Andreas Otto

 

Laufzeit

Juli 2017 bis Juli 2020

Finanzierung

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds und des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

 

Projektpartner

  • Alfred-Wegener-Institut, Zentrum für Aquakultur Bremerhaven
    Dr. Matthew Slater
  • Technologie Transfer Zentrum Bremerhaven
    Tobias Fitzel
  • Forellenzucht Uhthoff, Neubrandenburg
    Torsten Uthoff

 

 

Kontakt
Friedrich-Loeffler-Institut
Institut für Immunologie
Südufer 10
17493 Greifswald Insel Riems
Dr. Bernd Köllner
Telefon: + 49 (0) 38351 71208
Kontakt
Leibniz-Institut für Nutztierbiologie
Institut für Genombiologie
Abteilung Fischgenetik
Wilhelm-Stahl-Allee 2
18106 Dummerstorf
Dr. Tom Goldammer
Telefon: + 49 (0) 38208 68708
Kontakt
Universität Greifswald
Institut für Mikrobiologie
F.-L.-Jahnstrasse 15
17487 Greifswald
Prof. Dr. Dörte Becher
Telefon: : + 49 (0) 3834 4205903