Zooplankton-Reaktor

Entwicklung eines Zooplankton-Reaktors zur Unterstützung der Fischlarvenaufzucht relevanter Zielfischarten in Mecklenburg-Vorpommern

Für eine erfolgreiche Aquakultur ist die gesicherte Versorgung der Anlagen mit gesunden Jungfischen eine unabdingbare Voraussetzung. Dazu müssen diese in sogenannten Hatcheries (Jungfischaufzuchtanlagen) kontinuierlich und mit entsprechendem Erfolg produziert werden. Zu bevorzugen ist dabei die Aufzucht von Fischlarven in geschlossenen Kreislaufsystemen, um garantiert krankheitsfreie Brut an die Aufzuchtanlagen ausliefern zu können.  Bisher ist die Kultivierung des Zanders und hier besonders die sensiblen Phasen der Reproduktion und Larvenaufzucht von hohen Verlustraten geprägt, da unter anderem die Zanderlarven nach ihrem Schlupf und mit Beginn der externen Nahrungsaufnahme mit Körperlängen von 4 bis 5 mm sehr klein sind. Des Weiteren sind die Zanderlarven zunächst auf Lebendnahrung angewiesen, die in richtiger Größe, Menge und biochemischer Zusammensetzung vorliegen muss. Diese Probleme sollen über die technologische Entwicklung eines Zooplanktonreaktors gelöst werden. In dem Zooplanktonreaktor sollen unter besonderer Berücksichtigung von Copepoden (Ruderfußkrebse) Fischnährtiere produziert werden, die sich für die Aufzucht von empfindlichen Fischlarven, wie beispielweise den Zander eignen. Außerdem soll ein Vergleich der körpereigenen Lipide von natürlichen Zooplanktonorganismen mit denjenigen aus der Eigenzucht  zeigen, wie sich unterschiedliche Algennahrung im Chemostaten auf die Nutzung dieser Fischnährtiere in der Fischlarvenaufzucht auswirken. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Während der bisherigen Projektzeit wurden verschiedene Fragestellungen untersucht:

  • Entwicklung einer künstlichen Nahrungskette (Mikroalgen → Zooplankton → Zanderlarven) für eine kontinuierliche Versorgung der Zanderlarven vom Beginn der externen Nahrungsaufnahme bis zur Umstellung auf Trockenfutter mit einzelnen Mikroalgenarten und Zooplanktonorganismen.
  • Kann die Qualität der Fischnährtiere bzw. des Zooplanktons durch die Verwendung verschiedener Mikroalgen gezielt gestaltet werden?
    Mikroalgen → Zooplankton
  • In komplexen Experimenten wurde untersucht, welchen Einfluss die Nahrung auf die Überlebensrate, das Wachstum und die Fettsäurezusammensetzung der Zanderlarven hat.
    Zooplankton → Zanderlarven

Bisheriges Fazit: Die Kulturbedingungen und die Nahrungsgestaltung lassen sich so verbessern, dass die Überlebensrate weit über das bisher in der Literatur beschriebene Maß gesteigert werden kann, ohne erkennbare Einbußen beim Wachstum. Diese neuen Erkenntnisse aus der Forschung ermöglichen bei der Übertragung in die Praxis einen weiteren großen Schritt hin zur ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Kultivierung des Zanders. Für die spätere Aufzucht der Zooplanktonorganismen, wie beispielweise Copepoden, soll eine innovative technische Lösung unter realitätsnahen Bedingungen erarbeitet werden. Abschließend soll somit ein möglichst automatisiertes Kultursystem zur Verfügung stehen, welches gleichzeitig die Kultivierung der verschiedenen Nahrungskomponenten als auch die Aufzucht der Fischlarven unter optimierten Wasserbedingungen zum Ziel hat.

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Nauplii Eurytemora affinis gefüttert mit Rhodomonas

Nauplii Eurytemora affinis gefüttert mit Rhodomonas

Projektleitung

Universität Rostock
Lehrstuhl für Aquakultur und Sea-Ranching

 

Projektbearbeiter

Projektkoordinator:
Prof. Dr. Harry W. Palm 

Projektmitarbeiter:
Dr. A. Bischoff-Lang, Dr. C. Augustin, Dr. C. Wranik, M. Kubitz

 

Laufzeit

Juni 2013 bis Oktober 2015

 

Abschlussbericht

Endbericht Projekt Zooplankton-Reaktor

 

Finanzierung

Das Projekt wurde gefördert aus Mitteln des Europäischen Fischereifonds
und des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

 

Projektpartner

  • Universität Bremen, FB 2 Biologie / Chemie, Meereswissenschaften, Marine Zoologie, Prof. Dr. Wilhelm Hagen
  • Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg Vorpommern, Institut für Fischerei

 

Publikationen und Veranstaltungsbeiträge

  • Adrian A. Bischoff, Claudia M. Wranik, Christina B. Augustin, Harry W. Palm (2012) Aquaculture in Germany – Varied Researchers help drive Industry advances. Global Aquaculture Advocate Volume 15, Issue 4: 42 – 45.
  • Masterarbeit Henrike Pfefferkorn 2012 „Die Larvalentwicklung vom Zander (Sander lucioperca L.) unter Aquakulturbedingungen“.
  • Masterarbeit Ulf Trabitzsch 2013 „Einfluss verschiedener Futterstrategien auf die Entwicklung von Zanderlarven (Sander lucioperca Linnaeus, 1758) unter Aquakulturbedingungen“.
  • Masterarbeit Anja Kay 2014 „Einfluss von Lebendfutter auf den Aufzuchterfolg von Zanderlarven (Sander lucioperca L., 1758)“.
  • Lange Nacht der Wissenschaften 2012 – 2014
  • MELA – Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau 2012
  • Fish International in Bremen 2012
  • EuroTier in Hannover 2012
  • Crustaceologentagung in Greifswald 2013
  • Science Camp Kappeln 2013
  • Forschung trifft Forschung in Rostock 2013
  • Science Camp Warnemünde 2014
  • GfI-Fachtagung in Stralsund 2014

Kontakt
Universität Rostock
Lehrstuhl für Aquakultur und Sea-ranching
Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät
Justus-von-Liebig-Weg 6
18059 Rostock
Prof. Dr. Harry W. Palm
Telefon: : + 49 (0) 381 498-3730